TATORT-Koordinator Gebhard Henke entlassen

Der WDR hat Prof. Gebhard Henke entlassen wegen mehrerer Vorwürfe der sexuellen Belästigung und Machtmissbrauch. Er war auch als "TATORT-Koordinator" bekannt. Bild: WDR/Herby Sachs
Der WDR hat Prof. Gebhard Henke entlassen Bild: WDR/Herby Sachs

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat Gebhard Henke entlassen. Damit ist die Abteilung Fernsehspiel beim WDR derzeit ohne Leitung, auch die nebenamtliche Funktion des „TATORT-Koordinators“, die Henke seit 1998 inne hatte, wird dadurch vakant.

Henke war bereits Ende April von seiner Arbeit freigestellt worden, nachdem Vorwürfe, unter anderem von Charlotte Roche, laut geworden waren. Henke war selbst mit seinem Namen an die Öffentlichkeit gegangen war und hatte die Vorwürfe stets pauschal – und ohne sie vorab genau zu kennen – abgewiesen.

In den vergangenen Wochen hätten mehr als zehn Frauen dem WDR über sexuelle Belästigung und unangemessenes Verhalten durch den bisherigen Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie berichtet, teils in Zusammenhang mit Machtmissbrauch, berichtet nun der Sender.  Der WDR habe sich deshalb mit sofortiger Wirkung von seinem Fernsehfilmchef Gebhard Henke getrennt, wie der Sender am 14. Juni um 14 Uhr bekannt gab.  Aus Sicht des Senders bestehe kein Vertrauensverhältnis mehr. Grund für die Kündigung seien die glaubhafte Vorwürfe wegen sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs.

TATORT-Koordinator Gebhard Henke entlassen – Treffen vor dem Arbeitsgericht?

Ob das Arbeitsverhältnis wirklich endet und die Kündigung Bestand hat, wird sich erst in 3 Wochen zeigen. Bis dahin hat Henke Zeit, Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht Köln einzureichen. Unterlässt er dies, wird die Kündigung rechtswirksam. Reicht er dagegen Klage ein, muss das Gericht, prüfen ob die Kündigung des WDR rechtens ist.

Henke war 1998 als Fernsehspielredakteur Nachfolger von TATORT-Erfinder Gunther Witte als Fernsehspielchef geworden und hatte auch die Funktion des ARD-internen „TATORT-Koordinator“ inne gehabt. In seine Zeit als Fernsehspielchef fällt die Einführung der überaus erfolgreichen TATORT-Konzepte aus Münster (2002) und Dortmund (2012).