Sabine Postel rechnet mit dem Tatort ab

Kritik an Experimenten, zu jungen Ermittlern und der Team-Flut

Tatort BLUT: Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) recherchiert nach Fällen, bei denen Bissverletzungen eine Rolle gespielt haben. © Radio Bremen/Christine Schröder
Tatort BLUT: Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) recherchiert nach Fällen, bei denen Bissverletzungen eine Rolle gespielt haben. © Radio Bremen/Christine Schröder

Vor allem die Experimente der letzten Jahre sind Sabine Postel ein Dorn im Auge. Auch stört sie, dass es zu viele Ermittler gibt und das man offenbar das ältere Publikum nicht ausreichend bedient. All diese Kritik äußert die Bremer Tatort-Kommissarin passend zu ihrem Krimi-Abschied: Sabine Postel rechnet mit dem Tatort ab – im Interview mit der Programmzeitschrift auf einen Blick redet sie Klartext.

Diese Kritik zur Folge BABBELDASCH hatte sie schon 2017 zur Ausstrahlung medienwirksam geäußert, nun wiederholt sie diese kurz vorm Abschied vom Krimi-Format.

Postel ermittelt am 28. Oktober zum vorletzten Mal in der Folge BLUT, die letzte Folge WO IST NUR MEIN SCHATZI GEBLIEBEN wird gerade abgedreht. Am Ende wird Sabine Postel 39 Folgen für den Bremer Tatort gedreht haben. Seit 1997 ist sie dabei und dürfte die eine oder andere Entwicklung beim Klassiker mitbekommen haben.

Sabine Postel rechnet mit dem Tatort ab – auch das ältere Publikum erreichen!

So habe sich auch der Trend zu immer jüngeren Kommissaren in ihren Augen nicht bewährt, sagt Postel. „Das Publikum der Öffentlich-Rechtlichen ist ja schließlich keine 20 Jahre alt. Diese Zuschauer wollen keinen Ermittler sehen, der aussieht, als hätte er gerade sein Abitur gemacht. Man muss die Rollen auch so besetzen, dass das etwas ältere Publikum sich damit identifizieren kann. Am besten einen Mix aus Älter und Jünger“, so Sabine Postel im Gespräch mit auf einen Blick.

Sabine Postel rechnet mit dem Tatort ab – viel zu viele Ermittler!

Und die Ermittler-Flut von derzeit 22 Teams findet Sabine Postel problematisch: „Was mich eher stört ist, dass es inzwischen so viele „Tatorte“ gibt. Heute will offenbar fast jede Stadt ein Ermittlerpaar haben.“ Dennoch fällt ihr der Abschied schwer: „Ich bin fast 22 Jahre dabei. Da trifft man so eine Entscheidung nicht mal so nebenbei. Aber es fühlt sich richtig an.“

Auch wenn sie ihre Kollegen natürlich vermissen wird, freut sie sich schon auf die Zeit nach dem „Tatort“, so Postel gegenüber auf einen Blick.

Das komplette Interview mit Sabine Postel ist in der Programmzeitschrift auf einen Blick (Heft 43/2018) am 18. Oktober 2018 erschienen.