NDR: „Idealer Sendetermin“ für Schweigers Kino-TATORT OFF DUTY

Tschiller - Off Duty

NDR LOGO © ARD/NDR
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Einen Tag nach der Bekanntgabe des Sendetermins für den Kino-TATORT OFF DUTY mit Til Schweiger im Ersten erklärt sich der Norddeutsche Rundfunk (NDR). 

Das Erste hatte Schweigers Kino-TATORT „OFF DUTY“ für den Sonntag, 8. Juli um 20.15 Uhr angekündigt. Nach Meinung der meisten Medienmachern lässt der Termin im Hochsommer, der zudem mitten in der TATORT-Sommerpause liegt, kein besonders großes Zuschauerinteresse erwarten, insbesondere nicht nach dem doppelten Kino-Flop dieses Films im Jahr 2016.

Der für den Film verantwortliche NDR sieht das naturgemäß anders und findet den Sendetermin „ideal“.

„Häufiger Wunsch nach Premieren im Sommer“

Thomas Schreiber, Programmbereichsleiter "Fiktion & Unterhaltung". © NDR/Marcus Krüger
Thomas Schreiber, Programmbereichsleiter „Fiktion & Unterhaltung“.
© NDR/Marcus Krüger

So lässt sich zumindest ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber zitieren. Er sagte außerdem zur Programmierung des Kino-TATORTs im Fernsehen:„Unmittelbar vor dem Höhepunkt der Fußball-Weltmeisterschaft setzen wir an einem spielfreien Sonntag ein Highlight“. Schreiber sagte weiter, dass der NDR damit auch dem „häufig geäußerten Wunsch nach einer TATORT-Premiere im Sommer“ nachkomme.

Diese Äußerung ist erstaunlich, denn Das Erste hat seit Jahren eine premierenfreie Sommerpause auf dem Krimisendeplatz eingeführt und sogar weiter ausgebaut, gerade weil – so hieß es oft – das Interesse an Neuproduktionen der Zuschauer im Sommer geringer sei. So gab es in den letzten drei „Sommerpausen“ konsequent keine Erstsendungen mehr zu sehen, im Jahr 2013 und 2014 „nur“ jeweils ein „Polizeiruf 110“. (siehe „Sommerpause mit Überraschung„). Mal argumentieren die Programmmacher mit Zuschauerwünschen, die sie sonst auch gerne überhören und ignorieren. Seit Jahrzehnten lösen Sendetermine im Sommer in Redaktionen eher Frustationen aus und unter vorgehaltener Hand geben die Redakteure auch zu, dass man dort auch „schwerige“ Sendungen „versenden“ kann.

NDR: Nur in der „Anne Will“-freien Zeit möglich

Aber noch einen Grund führt der NDR-Mann Schreiber für den Termin im Hochsommer an: „Durch das besondere Format – Tschiller: OFF DUTY‘ hat eine Sendelänge von 130 Minuten – können wir diesen Kino-TATORT nur in der ‚Anne Will‘-freien Zeit programmieren.“  Denn auch die ARD-Talkerin macht bekanntlich Sommerpause und limitiert den TATORT durch ihren festen Sendebeginn um 21.45 Uhr so auf die Standardlänge von 90 Minuten – nicht aber am 8. Juli.

Das mag einleuchtender sein als der Zuschauerwunsch, aber auch diese Argumentation des NDR ist trotzdem nicht ganz schlüssig. Denn: es hätte es auch andere, ja bessere Sonntags-Termine im Sommer 2018  gegeben. Zum Beispiel den 1. Juli, an dem ausgerechnet auch der NDR einen anderen TATORT in Das Erste einbringt.  Oder – geradezu „ideal“ – der 17. Juni.  An dem Sonntag läuft die erste Sommer-„Wiederholungs“ im Ersten, an dem Tag beginnt also die alljährliche „Sommerpause“: Auch da pausiert „Anne Will“ schon.

Warum nicht das Programm-Highlight zum Ende oder zu Beginn der nächsten TATORT-Saison?

Den Schweiger-Kino-TATORT OFF DUTY z.B. am 17. Juni oder im August – zu Beginn der neuen TATORT-Saison – zu senden, hätte man viel besser „verkaufen“ können als den 8. Juli.  Mit Schweiger wäre am 17. Juni die laufende TATORT-Saison beendet worden, ein für Schweiger und den NDR würdigerer Termin: ein großes Programmereignis, niemand wäre düpiert worden, das Wort „Highlight“ wäre glaubhafter gewesen.

Szene aus dem zweiten Schweiger-TATORT: . Tschiller (Til Schweiger), Kallwey (Britta Hammelstein) und Gümer (Fahri Yardim) bespitzeln den Astan-Clan. © NDR/Marion von der Mehden
Szene aus dem zweiten Schweiger-TATORT: .
Tschiller (Til Schweiger), Kallwey (Britta Hammelstein) und Gümer (Fahri Yardim) bespitzeln den Astan-Clan.
© NDR/Marion von der Mehden

Und, schöner Nebeneffekt: die Sommerpause wäre nicht unterbrochen worden, sie hätte dann einfach nur später begonnen. Zusätzlich  – und nicht ganz unbedeutend für den Umgang des NDR mit seinem Star-Kommissar  Til Schweiger – hätte sich der NDR nicht unnötig dem Vorwurf ausgesetzt, das „TATORT-Highlight“ auf einem „unattraktiven“ Sendetermin zu „versenden“ – am 8. Juli, mitten im Sommerloch, übertönt von der Fußball-Weltmeisterschaft.

Denn: natürlich ist der Hochsommer-Termin vor allem deshalb ausgesucht worden, weil für die WM-Zeit kein großes Zuschauerinteresse an Til Schweigers TATORT erwartet wird – nach dem doppelten Kino-Flop von 2016 fast eine logische Konsequenz, wenn man nicht gerade an Wunder glaubt.

Es bleibt nur abzuwarten, ob – und wie –  Til Schweiger in seiner unnachahmlichen Art gegen diese Programmentscheidung in den sozialen Netzwerken wettern wird.