Lohnt sich der Tatort DER GUTE WEG ?

TATORT BERLIN

DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Der junge Drogendealer und V-Mann Yakut (/Rauand Taleb) wurde bei dem Streifeneinsatz getötet, Rubin (Meret Becker) und Karow (Mark Waschke) bekommen Infos über die Leiche. © rbb/Marcus Glahn
DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Der junge Drogendealer und V-Mann Yakut (/Rauand Taleb) wurde bei dem Streifeneinsatz getötet, Rubin (Meret Becker) und Karow (Mark Waschke) bekommen Infos über die Leiche. © rbb/Marcus Glahn

„Auf einem guten Weg“ wähnen sich Politiker gern, wenn sie unter Vermeidung konkreter Aussagen das Wahlvolk in Sicherheit wiegen wollen. DER GUTE WEG – so heißt auch der neueste TATORT aus Berlin, in dem die Politik allerdings nur indirekt eine Rolle spielt. Regisseur Christian von Castelberg und Drehbuchautor Christoph Darnstädt entführen uns vielmehr in die eher düsteren Gefilde der Hauptstadt, wo überforderte Schutzpolizisten meist vergeblich versuchen, der zunehmenden Kriminalität Herr zu werden. Kurz: Der Film spielt im Polizei-Milieu, die Kommissare Karow und Rubin ermitteln im Umfeld ihrer eigenen Kollegen.  Wir fragen uns: Lohnt sich der Tatort DER GUTE WEG ?

Worum geht’s in DER GUTE WEG ?

Nächtlicher Einsatz im Berliner Kiez: Eine mit drei Personen besetzte Streife wird zu einer „Ruhestörung“ in eine Mietskaserne gerufen. Zunächst scheint sich die Sache schnell zu klären, aber kurz darauf eskaliert die Situation: Es stellt sich heraus, dass es sich bei der Wohnung um ein bestens bestücktes Drogendepot handelt. Und die Bewohner sind polizeibekannte Dealer. Es kommt zur Schießerei – neben einem Dealer wird auch eine junge Polizistin getötet. Ein zweiter, noch jüngerer Polizist überlebt nur, weil er eine kugelsichere Weste trägt. Bei ihm handelt es sich ausgerechnet um Tolja, den Sohn von LKA-Hauptkommissarin Nina Rubin.

Was hat der Sohn von Kommissarin Rubin mitten in einer Schießerei zu suchen?

DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Auf Streife am Kottbusser Tor - Polizeihauptmeister Harald Stracke (Peter Trabner, re.) mit seinen jungen Kollegen Tolja Rubin (Jonas Hämmerle) und Polizeimeisterin Sandra Ehlers (Anna Herrmann).  © rbb/Stefan Erhard
DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Auf Streife am Kottbusser Tor – Polizeihauptmeister Harald Stracke (Peter Trabner, re.) mit seinen jungen Kollegen Tolja Rubin (Jonas Hämmerle) und Polizeimeisterin Sandra Ehlers (Anna Herrmann).
© rbb/Stefan Erhard

Kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder, große Sorgen: Nachdem der Filius von Nina Rubin seiner Mama bereits in den vergangenen Jahren immer wieder Ungelegenheiten bereitet hat, muss sich die gestresste Ermittlerin nun mit der – aus ihrer Sicht – höchst bedenklichen Berufswahl des inzwischen 19jährigen herumschlagen: Ausgerechnet im Polizeidienst sieht der Junge seine Zukunft, und als Einsatzpraktikant im ersten Ausbildungsjahr geht er sogar bereits mit auf Streife. Das kommt seinen Vorstellungen von Polizeiarbeit auch sehr entgegen.

„Deine Mutter ist bei der Mordkommission, willst du da auch mal hin?“, wird er von seiner Kollegin gefragt. „Nee, ich will auf der Straße arbeiten“. Dass dies ein durchaus nicht ungefährlicher Arbeitsplatz sein kann, muss er kurz darauf schmerzlich erfahren: Die junge Polizistin stirbt, von einem der Dealer gezielt niedergestreckt, in Toljas Armen.

Also ein typischer Krimi im Drogenmilieu?

DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Robert Karow (Mark Waschke) findet Mussah (Ayoub El-Hammoud), eine weitere Leiche im Drogennest, zu der ihm Spurensicherer Jansen (Daniel Krauss) Informationen gibt.  © rbb/Stefan Erhard
DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Robert Karow (Mark Waschke) findet Mussah (Ayoub El-Hammoud), eine weitere Leiche im Drogennest, zu der ihm Spurensicherer Jansen (Daniel Krauss) Informationen gibt.
© rbb/Stefan Erhard

Nein, das Drogen-Thema ist nur der Aufhänger.

Die eskalierende Razzia ist der Ausgangspunkt für ein verzwicktes, aber logisch aufgebautes und spannend erzähltes Psycho-Drama. Zwar wird zunächst eine Weile im BTM-Milieu ermittelt, die Kollegen vom Rauschgiftdezernat werden hinzugezogen, ein flüchtiger Täter, auf dessen Konto unter anderem die tote Polizistin geht, erweist sich als V-Mann der Drogenfahndung. Das Thema Drogen, das hier eher oberflächlich und klischeehaft behandelt wird – man beachte das Bob-Marley-Poster in der Dealerwohnung – spielt aber schon bald praktisch keine Rolle mehr.

Sondern?

DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Harald Stracke (Peter Trabner) hat seiner Frau Verena (Nina Vorbrodt) immer gesagt, sie seien nach ihrem gemeinsamen Schicksalsschlag auf einem guten Weg, doch nun geriet er in eine Schießerei.  © rbb/Stefan Erhard
DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Harald Stracke (Peter Trabner) hat seiner Frau Verena (Nina Vorbrodt) immer gesagt, sie seien nach ihrem gemeinsamen Schicksalsschlag auf einem guten Weg, doch nun geriet er in eine Schießerei.
© rbb/Stefan Erhard

Die Kommissare stoßen bei den Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Tod der Polizistin auf immer mehr Ungereimtheiten und Unstimmigkeiten. Überraschende Erkenntnisse ergeben sich gefühlt im Minutentakt, durch ständig neue Einzelheiten entdecken die Ermittler nach und nach, was sich wirklich an diesem schicksalhaften Abend in der Mietwohnung zugetragen hat. In den Fokus der Nachforschungen gerät dabei nicht nur Tolja selbst, der offenbar bereits vorher Kontakte zu einem der Täter hatte, sondern auch Polizeihauptmeister Stracke, der den Einsatz leitete und dessen Vorgehen und Verhalten einige Fragen aufwirft.

Dieser TATORT erweist sich dabei nicht als klassischer „Whodunit“, sondern auch als Charakter-Drama. Sowohl die beiden Kommissare als auch Tolja, Hauptmeister Stracke und seine Frau leiden an einer tristen Einsamkeit. Immer wieder betrachten sie durchs Fenster die Natur.

Was hat der Beruf ihnen denn angetan?

DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Harald Stracke (Peter Trabner) telefoniert mit Nina Rubin, um ihr zu sagen, dass er Tolja in seiner Gewalt hat.  © rbb/Stefan Erhard
DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Harald Stracke (Peter Trabner) telefoniert mit Nina Rubin, um ihr zu sagen, dass er Tolja in seiner Gewalt hat.
© rbb/Stefan Erhard

„Mutti hat Dienst“, sagt Karow zu seiner Kollegin, kurz nachdem sie mit ihrem traumatisierten Sohn das erste Mal nach der Tat reden konnte. Karow will ihr keine Zeit zur Ruhe geben. Arbeit geht schließlich vor!

Auch Tolja leidet unter diesem Druck. Immer wieder stellt sich die Frage, ob er wirklich Streifenpolizist werden will. Da fragt man sich als Zuschauer schnell, ob die Arbeit eines Straßenpolizisten wirklich so hart ist.
Besonders eindringlich wird diese zentrale Frage am Beispiel des Straßenpolizisten Stracke, gespielt von Peter Trabner, abgehandelt. Dies ist sein Film.

So wird der TATORT zum Rahmen für eine Geschichte über einen, der sich immer mehr verheddert und letztlich am Beruf zugrunde geht.

Wie entwickelt sich die Story – schlüssig und nachvollziehbar?

Unbedingt!

DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Karow (Mark Waschke) spielt mit Tolja (Jonas Hämmerle) den Schusswaffengebrauch nach um herauszufinden, wer auf wen in der Tatnacht geschossen haben kann.  © rbb/Stefan Erhard
DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Karow (Mark Waschke) spielt mit Tolja (Jonas Hämmerle) den Schusswaffengebrauch nach um herauszufinden, wer auf wen in der Tatnacht geschossen haben kann.
© rbb/Stefan Erhard

Der Film erinnert ans Häuten der Zwiebel: Schicht für Schicht wird der Kern freigelegt. Teils in Rückblenden erzählt, entblättert sich eine Geschichte um die Beziehungen zwischen mehreren Menschen, um die Art und Weise, wie ihre Schicksale durch Abhängigkeiten, Lügen und Emotionen miteinander verknüpft sind. Der Film erzählt weitgehend traditionell und chronologisch, formale Experimente sind nicht zu befürchten.

Natürlich könnte man am Drehbuch von Christoph Darnstädt ein paar Ungereimtheiten zu Beginn kritisieren, aber das fällt nicht weiter ins Gewicht. Auch sind viele Ideen bereits von vielen Drehbuchautoren vorher verwendet wurden. Doch hier werden sie neu zusammengemixt.

Wie sieht’s mit der Spannung aus – immerhin ist das ein Krimi!?

DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Nina Rubins (Meret Becker) Sohn Tolja (Jonas Hämmerle) wurde bei einem Einsatz der Streife angeschossen, traumatisiert sitzt der Praktikant mit seiner Mutter und dem ermittelnden Kommissar Karow (Mark Waschke) im Notarztwagen. © rbb/Stefan Erhard
DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Nina Rubins (Meret Becker) Sohn Tolja (Jonas Hämmerle) wurde bei einem Einsatz der Streife angeschossen, traumatisiert sitzt der Praktikant mit seiner Mutter und dem ermittelnden Kommissar Karow (Mark Waschke) im Notarztwagen. © rbb/Stefan Erhard

In der Tat: Spannung ist reichlich vorhanden!

Obwohl in eher ruhigen Bildern erzählt wird und trotz der weitgehenden Abwesenheit physischer „Action“ (abgesehen vom Schusswechsel zu Beginn) entwickelt die Geschichte einen Sog, dem sich der Zuschauer nicht entziehen kann. Immer wieder weiß der Zuschauer mehr als die handelnden Personen. Dies erinnert durchaus an den Spannungsaufbau eines Hitchcock-Films. Es gibt keine „Hänger“ – durch die zahlreichen überraschenden Entwicklungen im Handlungsverlauf bleibt während des gesamten Films eine permanente Grundspannung erhalten, die durch das folgerichtig hergeleitete Ende aufgelöst wird.

Gibt Karow wie üblich das unausstehliche „Arschloch“ oder hält er sich diesmal mit seinen Boshaftigkeiten ein wenig zurück?

Relativ früh im Film bekommt er von Nina Rubin nach einer unverschämten Bemerkung über ihr Privatleben eine geknallt. Das hilft offenbar: Er zügelt sich im weiteren Verlauf und reduziert seine zynischen Sprüche auf ein Mindestmaß. Er darf hauptsächlich die Ermittlungsarbeit übernehmen, gleichzeitig bekommt er jedoch eine tolle Nebenhandlung spendiert.

Was gibt’s Neues aus seinem turbulenten Liebesleben?

DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Der junge Drogendealer und V-Mann Yakut (/Rauand Taleb) wurde bei dem Streifeneinsatz getötet, Rubin (Meret Becker) und Karow (Mark Waschke) bekommen Infos über die Leiche.  © rbb/Marcus Glahn
DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Der junge Drogendealer und V-Mann Yakut (/Rauand Taleb) wurde bei dem Streifeneinsatz getötet, Rubin (Meret Becker) und Karow (Mark Waschke) bekommen Infos über die Leiche.
© rbb/Marcus Glahn

Seit längerem schon wissen wir, dass Karow bezüglich seiner sexuellen Orientierung breit aufgestellt ist (um seine Kollegin Rubin zu zitieren: „ ….. alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist ….“).

Nachdem er bei früheren Gelegenheiten durchaus seiner Zuneigung zum männlichen Geschlecht frönte, hat es ihm diesmal wieder die charmante Rechtsmedizinerin angetan, die er mit der ihm eigenen Offensivität und Direktheit angeht. Zunächst scheinen seine Bemühungen nicht ganz erfolglos zu verlaufen – aber dann nimmt die Sache eine für den durch diverse Äußerungen latent rassistisch und frauenfeindlich auftretenden Karow eher unerwartete Wendung.

Dennoch: Die Liebesgeschichte passt in ihrer Kühle sehr gut zum restlichen Film, doch scheint sie wohl bereits abgeschlossen.

Und wie gestaltet sich Karows Verhältnis zu Nina Rubins Sohn Tolja?

DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Tolja Rubin (Jonas Hämmerle) kann sich durch Robert Karows (Mark Waschke) Fragen nach der Tatnacht mehr und mehr erinnern, was geschah.  © rbb/Oliver Vaccaro
DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Tolja Rubin (Jonas Hämmerle) kann sich durch Robert Karows (Mark Waschke) Fragen nach der Tatnacht mehr und mehr erinnern, was geschah.
© rbb/Oliver Vaccaro

Es scheint zunächst, als sollte sich hier eine wunderbare Freundschaft anbahnen: Tolja vertraut Karow mehr als seiner Mutter, die er im Verdacht hat, sie wolle die Situation nutzen, um ihm die Polizeikarriere auszureden. Karow trifft Tolja mehrfach ohne Nina Rubins Wissen; die beiden nähern sich einander an, Tolja verrät Karow wichtige Einzelheiten über die Schießerei.

Nina Rubin sind diese Kontakte, von denen sie schließlich doch erfährt, nicht geheuer – aus verschiedenen Gründen. „Hände weg von Tolja!“, ermahnt sie ihren Kollegen eindringlich.

Welche Rolle spielt die Stadt Berlin?

Eine gewichtige.

DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Die in Tränen aufgelöste Nina Rubin (Meret Becker) kann gerade ihrem Kollegen Robert Karow (Mark Waschke) nicht bei der Tatortbegehung zur Seite stehen, schließlich wurde auf ihren Sohn geschossen.  © rbb/Stefan Erhard
DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Die in Tränen aufgelöste Nina Rubin (Meret Becker) kann gerade ihrem Kollegen Robert Karow (Mark Waschke) nicht bei der Tatortbegehung zur Seite stehen, schließlich wurde auf ihren Sohn geschossen.
© rbb/Stefan Erhard

Viele Szenen des Films spielen in den nächtlichen Straßen der Hauptstadt, besonders am Beginn. Die generell düstere Atmosphäre, die diesen TATORT durchweht, wird durch die bedrohlich fließende Musik von Eckart Gadow noch verstärkt. Ein Werbefilm für die Stadt Berlin ist das gewiss nicht, und gegen Ende holt Polizeihauptmeister Stracke, der seit vielen Jahren in den Straßen der Spree-Metropole unterwegs ist, zum großen Schlag aus: Immer schlimmer sei es in der letzten Zeit geworden, klagt er: Kriminalität, Gewalt, Aggression, Hass. „Sowas gab’s früher nicht“ – durchaus möglich, dass ihm viele Berliner Polizeibeamte in dieser Einschätzung zustimmen.

Allerdings wirkt Strackes hasserfüllter Monolog im Vergleich zum restlichen Film vielleicht etwas zu dick aufgetragen…

Wie ist das Ganze schauspielerisch umgesetzt?

Wundervoll naturalistisch!

DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Rechtsmedizinerin Nasrin Resa (Maryam Zaree) mag ihren Kollegen Karow (Mark Waschke), kann ihn aber nicht wirklich einschätzen.  © rbb/Marcus Glahn
DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Rechtsmedizinerin Nasrin Resa (Maryam Zaree) mag ihren Kollegen Karow (Mark Waschke), kann ihn aber nicht wirklich einschätzen.
© rbb/Marcus Glahn

Im Kontrast zur stilisierten Kameraarbeit bietet der Film authentische schauspielerische Leistungen. Es scheint, als würden besonders die Darsteller der Schutzpolizisten mit dem Herzen spielen. Peter Trabner und Nina Vorbrodt als Ehepaar Stracke ragen aus dem exzellent agierenden Ensemble heraus, aber hervorheben sollte man auch Rainer Reiners, der in seiner kleinen, aber feinen Rolle als Revierleiter Uwe Petrofski einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Auch Meret Becker und Mark Waschke als Ermittler stehen im Vergleich nicht zurück, ebensowenig Jonas Hämmerle, der den bemitleidenswerten Tolja gibt. Kurz: Man nimmt allen Akteuren uneingeschränkt ihre Rollen ab.

Und was ist über die filmischen Mittel zu sagen?

Mark Waschke (Robert Karow), Meret Becker (Nina Rubin) mit Regisseur Christian von Castelberg.  © rbb/Stefan Erhard
Mark Waschke (Robert Karow), Meret Becker (Nina Rubin) mit Regisseur Christian von Castelberg.
© rbb/Stefan Erhard

Bei der Inszenierung kommen Erinnerungen an David Fincher und Alfred Hitchcock hoch. Regisseur Christian von Castelberg setzt auf viele Close-ups und Schnitte. Dabei ist nichts reiner Selbstzweck oder stört die Handlung. Die Bilder des Kameramann Björn Knechtels sind mit einem blauen Farbfilter überzogen. Auch tolle Montagen werden geliefert. Es scheint einfach fast alles perfekt zu passen. Wir kommen ins Schwärmen …

Nun also: Lohnt sich der Tatort DER GUTE WEG ?

DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Nina Rubin (Meret Becker) befragt Strackes Frau Verena (Nina Vorbrodt), ob ihr Mann in der Nacht das Haus verließ, denn auf dem Bettlaken befindet sich Blut aus Strackes Beinverletzung.  © rbb/Stefan Erhard
DER GUTE WEG, am Sonntag (05.05.19) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Nina Rubin (Meret Becker) befragt Strackes Frau Verena (Nina Vorbrodt), ob ihr Mann in der Nacht das Haus verließ, denn auf dem Bettlaken befindet sich Blut aus Strackes Beinverletzung.
© rbb/Stefan Erhard

„Wollen Sie jetzt Tatort gucken?“, wird Karow vom Gerichtsmediziner am Tatort gefragt. Wir wollen es jedenfalls!

DER GUTE WEG ist ein tolles Charakterdrama. Schauspieler arbeiten auf höchstem Niveau. Die Inszenierung und die musikalische Untermalung passen, und das Drehbuch hat auch nur ein paar Schönheitsfehler.

FAZIT: DER GUTE WEG hat sich seine 8,5 Punkte in der Tatort-Rangliste redlich verdient.