Komposition zum POLIZEIRUF 110 NACHTDIENST ausgezeichnet

Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik 2018 für Richard Ruzicka

Richard Ruzicka aus München gewinnt den mit 10.000 Euro dotierten Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik 2018. © SWR
Richard Ruzicka aus München gewinnt den mit 10.000 Euro dotierten Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik 2018. © SWR

Der Filmmusiker Richard Ruzicka aus München gewinnt den mit 10.000 Euro dotierten Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik 2018. Damit wurde seine Komposition zum POLIZEIRUF 110 NACHTDIENST ausgezeichnet.

Die siebenköpfige Fachjury lobte die „wertig produzierte Musik mit ihrer lyrischen, leicht entrückten Jazz-Stilistik“ und die charakterstarke Erzählstimme, die sich daraus entwickelt. Eingereicht wurde der Beitrag von der Produktionsfirma „die film gmbh“. Die Preisverleihung fand am 30. November 2018) im Rahmen des Fernsehfilm-Festivals in Baden-Baden statt.

Komposition zum POLIZEIRUF 110 NACHTDIENST ausgezeichnet – Jurybegründung

Die Jury lobt: „Die avantgardistisch anmutenden Arrangement-Details und fein ausgearbeiteten elektronischen Klangbearbeitungen […] schaffen eine starke Sogwirkung und dienen sehr präzise der Verdichtung der Handlung und der Figuren. Die Musik wirkt klaustrophobisch wie der Film, sparsam in der Instrumentierung […]. Die irritierende, gleichzeitige Stimmführung von Klassik, Jazz, eigener Filmmusik und technischer Verfremdung ist äußerst feingliedrig und knüpft sehr eng an Handlung, Personen und Sprache an. Das Gefühl der Sicherheit und Bekanntheit, das auch mit der Musik ausgelöst wird, kippt fortwährend um in Bedrohung.“

Richard Ruzicka aus München gewinnt den mit 10.000 Euro dotierten Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik 2018. © SWR
Richard Ruzicka aus München gewinnt den mit 10.000 Euro dotierten Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik 2018. © SWR

Die Jurymitglieder waren: Christoph M. Kaiser und Julian Maas (Gewinner des Rolf-Hans Müller Preises 2016), Robert Gehring (MFG), Prof. Thorsten Lorenz (Universität Heidelberg), Dr. Peter Moormann (Universität Köln), Prof. Jürgen Christ (Hochschule für Musik Karlsruhe) und Harald Letfuß (SWR).

Komposition zum POLIZEIRUF 110 NACHTDIENST ausgezeichnet – Der Komponist

Richard Ruzicka (1994) spielt seit dem fünften Lebensjahr Klavier und war als Pianist zusammen mit seinen Brüdern im Trio bei vielen internationalen Konzerten zu hören. Nach einer Ausbildung in klassischer Musik absolvierte er ein Kompositions-Jungstudium an der Hochschule für Musik und Theater in München. 2013 begann Richard Ruzicka sein Studium in Komposition für Film und Medien an der Musikhochschule in München. Kurz darauf erhielt er eine Nominierung für das Goldene Auge „Beste Internationale Filmmusik 2014“ im Rahmen des 10. Filmmusikwettbewerbes beim Zürich Film Festival. Im selben Jahr begann er mit der Vertonung seines ersten Kinofilms „Lenalove“.

Szene aus dem für die Filmmusik ausgezeichneten POLIZEIRUF 110 NACHTDIENST: Herr Grübner (Ernst Jacobi, links) will sich auch von Tsacharlie (Florian Karlheim) nicht helfen lassen. BR/die film gmbh/Hendrik Heiden
Szene aus dem für die Filmmusik ausgezeichneten POLIZEIRUF 110 NACHTDIENST: Herr Grübner (Ernst Jacobi, links) will sich auch von Tsacharlie (Florian Karlheim) nicht helfen lassen. BR/die film gmbh/Hendrik Heiden

Während seines Studiums schrieb er unter anderem die Filmmusik für diese vier BR-Tatorte

  • MIA SAN JETZT DA WO´S WEH TUT
  • HARDCORE
  • ICH TÖTE NIEMAND
  • AM ENDE GEHT MAN NACKT

Dabei ergaben sich Zusammenarbeiten mit namhaften Regisseuren wie Rainer Kaufmann und Max Färberböck.

Komposition zum POLIZEIRUF 110 NACHTDIENST ausgezeichnet-  Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik

Mit dem Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik werden seit 1992 alle zwei Jahre Komponisten für ihre herausragende Filmmusik geehrt. Gestiftet wird der vom Südwestrundfunk ausgerichtete Preis von der Rolf-Hans Müller Stiftung Baden-Baden und der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg. Rolf-Hans Müller war als Dirigent, Komponist und Arrangeur dem früheren SWF (heute SWR) jahrelang eng verbunden.

Bisherige Preisträger sind: Julian Maas und Christoph M. Kaiser (2016), Martina Eisenreich (2014) Daniel Sus (2012), Rainer Bartesch (2010), Natalia Dittrich (2008), Marco Hertenstein (2006), Karim Sebastian Elias (2004), Florian Appl (2002), Johannes Kobilke (2000), Jörg Lemberg (1998), Ralf Wienrich (1996), Frank Loef (1994) und Nikolaus Glowna (1992).

Nach Pressemitteilungen des Südwestrundfunks (SWR) und des Bayerischen Rundfunks (BR)