Interview mit Kameramann Filip Zumbrunn

1063. Tatort-Folge DIE MUSIK STIRBT ZULETZT

Tatort - DIE MUSIK STIRBT ZULETZT Vorbereitungen zu den Dreharbeiten im KKL Luzern Bild: SRF/ Daniel Winkler
Tatort - DIE MUSIK STIRBT ZULETZT Vorbereitungen zu den Dreharbeiten im KKL Luzern Bild: SRF/ Daniel Winkler

Für die Hauptdarstellerin Delia Mayer war der eigentliche Star am Set von DIE MUSIK STIRBT ZULETZT die Kamera. “Kameramann Filip Zumbrunn hat Enormes geleistet”, sagte Mayer. Und was sagt der Gelobte selbst drüber?  Ein Interview mit Kameramann Filip Zumbrunn.

Wie haben Sie sich auf den Dreh vorbereitet?

Die schwierigste Aufgabe aus technischer Sicht war es, eine Kamera-Konstellation zu erfinden, die von der Qualität her ausreichend und von der Größe und dem Gewicht her so klein und leicht wie möglich war. Auch musste ich ein System finden, wie ich am einfachsten und effizientesten die Schärfe selber bedienen konnte. Wir haben während der Proben viel testen und ausprobieren können und kamen schlussendlich zwei Wochen vor Dreh zu einer perfekten Lösung.

Von der physischen Seite her musste ich mich natürlich mit Training und Physio-Übungen fit halten und besonders die Unterarme stärken, damit ich die Kamera 90 Minuten lang halten konnte. Auch die Flüssigkeitszunahme vor dem Dreh musste gut eingeteilt werden, um nicht mitten im Dreh auf Toilette gehen zu müssen.

Interview mit Kameramann Filip Zumbrunn –  Was war das Spezielle, und was haben Sie für Ihre Arbeit gelernt?

Tatort - DIE MUSIK STIRBT ZULETZT : Vorbereitungen zu den Dreharbeiten im KKL Luzern 2017. Kamermann Filip Zumbrunn musste sogar seine Flüssigkeitszufuhr einteilen, um während der Aufnahmen nicht auf die Toilette zu müssen. Bild: SRF/ Daniel Winkler
Tatort – DIE MUSIK STIRBT ZULETZT : Vorbereitungen zu den Dreharbeiten im KKL Luzern 2017. Kamermann Filip Zumbrunn musste sogar seine Flüssigkeitszufuhr einteilen, um während der Aufnahmen nicht auf die Toilette zu müssen. Bild: SRF/ Daniel Winkler

Die größte Herausforderung war es, den kompletten 90-minütig langen Film mit allen Dialogen, Bewegungen und Abläufen im Kopf gespeichert zu halten.

Somit konnte ich auf alle Unregelmäßigkeiten und Änderungen spontan reagieren, ohne dass es die Zuschauerin und der Zuschauer merkt. Diese Hirnleistung war erstaunlicherweise viel ermüdender als die körperliche Leistung.

Wie haben Sie es geschafft, dass die Handlung genau im vorgegebenen Zeitrahmen stattfand?

Durch die lange Probezeit hatten wir die Möglichkeit, uns schon sehr genau in die vorgegebene Zeit einzupassen. Aber schlußendlich stimmte der Flow zwischen Schauspielern, Kamera und Crew, damit alle Takes, die wir drehten, um circa 90 Sekunden gleich lang wurden.

Interview mit Kameramann Filip Zumbrunn – Von jetzt an nur noch One-Taker?

Ich denke, es war eine fantastische Erfahrung, einen langen Film ohne Schnitt zu drehen, aber vielleicht ist ein solcher Film auch genug für ein Leben.